„Intonieren“ bedeutet nicht nur „stimmen“,
sondern „anstimmen, die Tonhöhe richtig
treffen“. Beim Klavier versteht man unter
Intonation die Regulierung der Tonqualität
durch die Bearbeitung des Hammerkopfes
zur Klanggestaltung und -optimierung.
Dieses Fein-Regulieren verbessert die Spiel-
barkeit Ihres Klaviers, beeinflusst Klangfar-
benreichtum und Klangtransparenz – beides
erweitert Ihre musikalischen Gestaltungs-
möglichkeiten merkbar.

Jedes Klavier hat seinen eigenen, einzigar-
tigen Klangcharakter. Das eine könnte man
als “glasig“ bezeichnen, während das andere
“warm und kräftig“ klingt. Ein Klavier kann
einen vollen, runden und singenden Ton haben
oder sich aber einfach nur “dünn“ anhören.
Und obwohl eigentlich die Konstruktion die
Klangeigenschaften bestimmt, kann ein guter
Intoneur erheblichen Einfluss auf die Ton-
bildung nehmen.

Nicht jeder Stimmer kann auch intonieren –
das setzt viel Erfahrung, Übung und die ent-
sprechende Ausbildung (meist in einer Klavier-
fabrik) voraus und ist eine der verantwortungs-
vollsten Arbeiten am Klavier. Es besteht in der
Hauptsache aus zwei Arbeitsgängen – dem
Abziehen der Hämmer (Abschleifen der ober-
sten abgespielten Filzschicht) und dem Stechen
(Auflockerung des Hammerfilzes durch
Nadelstiche unter laufender Hörkontrolle jedes
einzelnen Tones). Bei sehr weichen, matt
klingenden Hämmern verbessert eventuell auch
das Tränken des Hammerfilzes mit Lack den
Klang. Voraussetzung für das Gelingen der
Intonation ist aber in jedem Fall die einwandfreie
Regulierung und Stimmung des Instruments!